Richtziele - Autonomie und Verbundenheit, sowie
Nahziele - Einzelspielfähigkeit,Perspektivenübernahmefähigkeit und Sprachfähigkeit - wurden bereits an anderer Stelle erläutert.

In einer Atmosphäre der Geborgenheit schaffen wir Erfahrungsräume, die die Kinder anders und neu erleben als es in einer Kleinfamilie möglich ist. Das Zusammenleben in der Gruppe erfordert und fördert eine Reihe von Fähigkeiten, die das gelingende Miteinander erst ermöglichen.

Soziales Verhalten und Konfliktfähigkeit werden durch das tägliche Miteinander in der Gruppe vermittelt. Dazu gehören z.B. Konflikte mit anderen auf faire Weise auszutragen, eigene Grenzen wahrzunehmen und die der anderen zu respektieren.

Ein wesentlicher Grundsatz unserer Arbeit ist, dass die Kinder im täglichen Miteinander einen respektvollen und gewaltlosen Umgang erlernen und Werte wie Hilfsbereitschaft, für einander einstehen, Ehrlichkeit, etc. erfahren und übernehmen.

Durch einen regelmäßigen Tagesablauf geben wir den Kindern im Alltag einen festen Halt. Dies beinhaltet Rituale wie z.B. einen täglichen Morgenkreis, gemeinsame Mahlzeiten, etc.

Wichtig ist uns auch die Erziehung zur Selbstständigkeit: Die Kinder lernen sich Schuhe und Jacke anzuziehen oder alleine mit Besteck zu essen. Auch indem die Kinder bei anfallenden Tätigkeiten mithelfen und Teilaufgaben selbstständig erledigen dürfen, erfahren die Kinder Anerkennung und Bestätigung.

Der größte Teil der kindlichen Bildung findet jedoch beim Spielen statt. Kinder spielen mit großem Ernst, sind dabei konzentriert und setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander. Die Bedeutung und Umsetzung des kindlichen Spiels ist ein Schwerpunkt im RoKaPeDi- Haus. Diesem elementaren Bereich des Lernen und Erfahren haben wir einen eigenen Raum gegeben.

Damit sich ein neues Kind auf das Spielen in neuer Umgebung einlassen kann, braucht es Sicherheit. Indem wir die Signale von Kindern wahrnehmen, wird eine sichere Bindungsbeziehung aufgebaut. Kinder die über seine sicher gebundene Beziehung verfügen, sind im späteren Leben sozial kompetenter.

Um Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen, kommunizieren wir ausgiebig. Je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist der Blickkontakt um die Kommunikation zu entschlüsseln. Denn in der Kommunikation mit unter dreijährigen Kindern passiert vieles, ohne dass Kinder dafür Worte haben, da ihre sprachlichen Fähigkeiten noch nicht voll entwickelt sind: Das Kind beobachtet unsere Mimik, Gestik, Körpersprache und nimmt die gesprochene Sprache dazu wahr. Es nimmt unsere jeweilige Reaktion wahr und wie wir seine Laute wiederholen und ergänzen. Dies regt das Kind zur Nachahmung an und es speichert die Erfahrungen, die es beim Wechselgespräch macht. Dabei wird nicht nur eine feste Bindungsbeziehung aufgebaut, sondern wir sind auch Sprachvorbild, indem wir ihre Absichten und Gefühle zur Sprache bringen und Worte geben für das, was sie tun. Wir kommunizieren reichlich und anregend, da Kommunikation und Sprache die Schlüssel zu allen Bildungsbereichen sind, wie auch zum Denken und Fühlen. Dabei lassen wir das Kind mit allen Sinnen wahrnehmen und verbalisieren das was sie hören, sehen, riechen, fühlen und schmecken. Im Laufe der weiteren Entwicklung verknüpft es diese Erfahrungen mit Begriffen wie „warm“, und „kalt“, „glatt“ und „rau“., „laut“ und „leise“, etc.

Auf der Grundlage dieser sicheren Basis lernen die Kinder die Lebenswelt in ihren Zusammenhängen zu begreifen. Dabei benötigen sie Zeit, Verständnis und Einfühlungsvermögen. Zeit gewähren - sehen wir als wichtigste pädagogische Aufgabe!

Besonders wichtig ist, das Vertrauen das Kinder zu uns Erwachsenen haben, die wir ihnen im wahrsten Sinn des Wortes die „Welt vermitteln“. Deshalb ist es uns wichtig: